Donnerstag, 13. September 2012

„Löwer“ = neues Gewerbe-/Mischgebiet durch die Hintertür?

Auch im Ausschuss „Umwett, Bau, Verkehr“ wurde deutlich, dass immer noch erhebliche Bedenken gegen das „Löwer-Vorhaben“ auf dem Gelände der Alten Kläranlage bestehen:
  • die fehlende Verkehrsplanung in diesem „Löwer-Vorhaben“ sollen in einem künftigen Bebauungsplan geregelt werden, so die Bürgermeisterin. Dies ist u.E. ein unzulässiger Vorgriff! Damit werden die Gemeindevertreter ein Stück weit unter Druck gesetzt, ein weiteres Gewerbe-/Mischgebiet östlich vom REWE auszuweisen. Hier werden unnötige und unzulässige „Sachzwänge“ geschaffen! 
    • Soll Roßdorf bald so aussehen, wie viele Gemeinde ringsum, sprich Einkaufsmärkte, Tankstelle, Parkplätze u. gar ein Fastfood-Imbiss vor denToren und im Ortskern gähnende Leere?
    • Die SPD scheint sich wenig Gedanken zu machen, was mit den hiesigen Gewerbetreibenden, besonders den beiden Gartenbaubetrieben, die bestimmt zu leiden haben, passiert.
    • Während die Stadt Dieburg gar einen Rechtsanwalt beauftragt hat, um die Interessen ihrer Gewerbetreibenden bei der Bauleitplanung zu vertreten, lässt sich Roßdorf noch den Kaufkraft-Abfluss noch gutachterich bescheinigen.
       
      • Neben der unnötigen Schaffung von Tatsachen und Verkehrsproblematik („Stau im Holzweg“) sehen wir auch erhebliche finanzielle Belastungen – deshalb können wir am Freitag der Vorlage nicht zustimmen.
       
       

Kommentare:

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    hier soll eine Gärtnerei am äußersten Rande unseres Dorfes errichtet werden. Der Betreiber legt einen angemessenen Kundenparkplatz an. Die Gemeinde baut 100m Zufahrt, die sich innerhalb weniger Jahre durch neu geschaffene Arbeitsplätze und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen refinanzieren. Wo ist eigentlich das Problem?

    1) Wenn Löwer verhindert wird, ist doch das restliche Gewerbegebiet nicht für alle Zeit vom Tisch. Und wenn Löwer kommt, muss das restliche Gewerbegebiet dennoch separat beschlossen werden. Ich kann keinen Zusammenhang erkennen.
    2) Sie behaupten indirekt, die Ansiedelung von Löwer bedrohe das Geschäftsleben im Ortskern. Meines Wissens gibt es aber gar keinen Gartenbaubetrieb im Ortskern von Roßdorf.
    3) Sie versuchen Ablehnung und Ängste zu schüren, indem Sie eine Gärtnerei auf gleiche Stufe stellen mit Tankstellen und Fast-Food-Restaurants. Und selbst wenn es um die Ansiedelung einer McDonalds-Filiale ginge: Geschäftsleute, die den Standort Roßdorf für profitabel hielten ebenso wie Roßdörfer, die dort konsumierten, übten dabei nur ihre verfassungsmäßigen Rechte auf freie Wahl des Berufs und freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit aus. Stellen Sie Ihr Werturteil über die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland?
    4) Ich verstehe nicht, warum ein familiär geführter Gartenbaubetrieb aus unserer Region sich nicht in Roßdorf ansiedeln sollte. Als zugezogene Roßdörfer und Gartenbesitzer haben wir viel von der früheren überregionalen Bedeutung des hiesigen Gartenbaus gehört, viele unserer Nachbarn sind ehemalige Mitarbeiter. Alles das hätte es wohl nicht gegeben, hätte man sich anderswo ebenso trotzig gegen Stauden aus Roßdorf gewehrt wie heute gegen Unternehmerfleiß aus Aschaffenburg.

    Beste Grüße,
    M. Kirsch, Roßdorf

    AntwortenLöschen
  2. Ihre Zuschrift, Herr oder Frau Kirsch, zeigt große Unkenntnis von dem Bauvorhaben. Dort wird kein Gartenbaubetrieb errichtet, der mit einem Gartenbaubetrieb wie Kaiser + Seibert vergleichbar wäre. Als Gartenbaubetrieb wäre das Vorhaben auch ganz ohne Bebauungsplan im Außenbereich genhemigungsfähig. Der Bebauungsplan zeigt großflächigen Einzelhandel und widerspricht damit dem Regionalplan, dem Flächennutzungplan der Gemeinde und macht dazu noch eine Bachverlegung erforderlich. Der Standort ist nur für Autofahrer attraktiv und nicht durch Bushaltestellen erschlossen, jedenfalls wenn man die üblichen Abstandsregeln ernst nimmt. Es ist ein Gartensupermarkt auf der grünen Wiese, der bis zu 300qm "Nebensortiment" hat (das ist fast die halbe REWE-Fläche für Geschenkartikel und anderes). Wers nicht glaubt, fahre nach Hanau und schaue sich den Supermarkt mit gigantischem Parkplatz an und mache sich selbst ein Bild. Die Grünen "schüren Ängste"? Selbstsame Bezeichnung für eine sehr sachlich vorgetragene politische Meinung von Fortuna Marx. Sie fänden einen McDonald auf Roßdorfs Wiesen und Äckern gut und verteidigen dies als "verfassungsgemäß"? Dann haben Sie mit Sicherheit in den letzten 30 Jahren nie Grün gewählt, noch nie die Erhaltung von Landschaft als eigenständigen Wert erachtet. Wir wollen zu Ihnen den Supermarkt auf der grünen Wiese nicht und das ist konsequente grüne Politik. Und ein Letztes: Löwer macht den kleinen Gartenbau und deren Arbeitsplätze kaputt, das werden Ihnen die betroffenen Roßdörfer Geschäftsleute bestätigen. Dieser Prozess der Verdrängung ist möglicherweise zeitgemäß und Herr Löwer darf das. Aber als Gemeinde muss man solche Prozesse nicht unbedingt noch beschleunigen....Gruß von Robert Ahrnt

    AntwortenLöschen